5 Schritte um Scope3.1-Emissonen zu ermitteln und zu managen

Immer mehr Unternehmen berücksichtigen bei Ihren Minderungszielen für Treibhausgas-Emissionen (THG Emissionen) auch die Lieferkette. In diesem Artikel beschreiben wir, wie Sie Emissionen der Lieferkette in einem kollaborativen Ansatz ermitteln und Verbesserungsmaßnahmen umsetzen können.

Über 800 Unternehmen haben sich inzwischen Ziele gesetzt, um ihre Emissionen im Einklang mit dem im Pariser Klimaabkommen festgelegten 2 Grad Ziel zu begrenzen. Dabei beschränken sich die Minderungsziele nicht mehr nur auf die relativ einfach zu messenden direkten Emissionen (Scope1) und vorgelagerten Emissionen des Energieverbrauchs (Scope2), sondern auch auf die gesamte Wertschöpfungskette (Scope3).

Herausforderung Scope3.1 Reporting
Das Greenhouse Gas Protocol, der am meisten verbreitete Standard für die Ermittlung und das Reporting, unterscheidet 15 Kategorien der Scope3-Emissionen. In der ersten Kategorie, dem sogenannte Scope3.1, werden die Emissionen der Lieferkette erfasst. Darunter fallen THG-Emissionen aus der Produktion der eingekauften Güter und Dienstleistungen sowie dem Abbau der Rohstoffe. Für die meisten Unternehmen gehen von dieser Kategorie die meisten Emissionen aus: In Industrien wie Metallverarbeitung, Pharma, Chemie oder Papier entstehen im Durchschnitt rund zwei Drittel der Emissionen in der vorgelagerten Lieferkette.

Das Ermitteln von Scope3.1-Emissionen birgt dabei besondere Herausforderungen:

  • Es fehlt Unternehmen an Transparenz in der Lieferkette: Vorlieferanten und Emissionen sind häufig unbekannt. Somit fehlt die Datengrundlage für eine belastbare Bewertung der Emissionen
  • Daten liegen in unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichen Formaten vor
  • Die Datenerfassung erfordert eine Zusammenarbeit verschiedenster Akteure innerhalb und außerhalb des Unternehmens

5 Schritte zur erfolgreichen Scope3.1 Berechnung
Bevor die Strategie festgelegt wird, wie Scope3.1-Emissionen zu ermitteln sind, sollten Unternehmen zunächst entscheiden, ob Daten nur für das Reporting an Stakeholder erhoben werden oder ob aktiv Minderungsziele umgesetzt werden sollen. Um Daten lediglich zu veröffentlichen, reicht eine grobe Abschätzung der Emissionen aus. Das ist jedoch in den wenigsten Fällen sinnvoll. Stattdessen gilt es, Fortschritte der Zielerreichung zu messen und pro-aktiv Maßnahmen zu managen. Dies setzt jedoch voraus, spezifische Daten der Lieferkette zu kennen und mit den Vorlieferanten zusammenzuarbeiten.

Folgende Schritte sollten Sie beim Ermitteln der Emissionen Ihrer Lieferkette berücksichtigen:

Schritt 1: Komplexität reduzieren
Zur Reduzierung der Komplexität sollten Sie zunächst die wichtigsten Produktgruppen basierend auf Menge oder Ausgaben (80/20 Prinzip) auswählen.

Schritt 2: Grobabschätzung durchführen
Wenn eine große Vielzahl an Gütern und Dienstleistungen besteht, ist eine erste Abschätzung der Emissionen für die relevanteste Produkte sinnvoll, um weiter priorisieren zu können.

Schritt 3: Zusammenarbeiten
Durch Kollaboration mit Ihren Lieferanten können Sie die Sichtbarkeit in der vorgelagerten Lieferkette für CO2-intensive Produkte erhöhen, mit dem Ziel die Datenbasis zu verbessern. Für einen Großteil der Produkte gehen die meisten CO2-Emissionen von der vorgelagerten Lieferkette aus. Grundlage dafür ist, dass ein Mapping der Lieferkette für relevante Produkte durchgeführt wird.

Schritt 4: Daten erfassen & Emissionen berechnen
Haben Sie über das Mapping ihre Vorlieferanten identifiziert, können Sie abfragen, welche Lieferanten bereits ein Reporting der Emissionen durchführen. Dabei muss abgewogen werden, ob die Berechnungen den eigenen Qualitätsansprüchen genügen. An Lieferanten, die noch nicht ihre Emissionen berechnen und veröffentlichen, können Fragebögen zur Erhebung von Primärdaten verschickt werden. Auf Grundlage der damit gesammelten Daten lässt sich dann eine Gesamtberechnung der Emissionen vornehmen.

Schritt 5: Maßnahmen entwickeln & umsetzen
Anschließend können für Materialien und Lieferanten mit hohem Fußabdruck entsprechende Maßnahmen entwickelt werden. Der Erfolg der Maßnahmen sollte durch regelmäßige Datenerhebung bei den betreffenden Lieferanten und Vorlieferanten überprüft werden.

So kann Ihnen Cloud Technologie helfen
Mit unserer Cloud Plattform können Sie effizient mit Ihren Lieferanten zusammenarbeiten und die Sichtbarkeit in der vorgelagerten Lieferkette steigern. In dem aufgebauten Lieferkettennetzwerk können Sie dann einfach CO2-Hotspots identifizieren und weitere Daten von betreffenden Lieferanten und Vorlieferanten erfassen. Die Plattform unterstützt zusätzlich ein regelmäßiges Monitoren der Lieferanten durch Umfragen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Ihnen sustainabill helfen kann, Ihre Scope3.1-Ziele zu erreichen, vereinbaren Sie einen Gesprächstermin. Unsere Experten helfen Ihnen gerne weiter. Für weitere Informationen sehen Sie sich unsere Webinare an: https://sustainabill.de/webinars/